Katzentraining: So trainieren & dressieren Sie Ihre Katze richtig
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So trainieren Sie Ihre Katze: Tipps für ein harmonisches Miteinander
Viele Menschen glauben, dass Katzen ihren eigenen Kopf haben und sich nicht erziehen lassen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Mit der richtigen Methode und etwas Geduld ist Katzentraining nicht nur möglich, sondern für viele Samtpfoten eine willkommene Abwechslung im Alltag.
Das Wichtigste in Kürze
- Positive Verstärkung: Katzen lernen ausschließlich durch Belohnung, niemals durch Bestrafung.
- Kurze Einheiten: Halten Sie die Trainingseinheiten kurz (ca. 2–5 Minuten), um die Konzentration nicht zu überfordern.
- Geduld & Timing: Die Belohnung muss innerhalb von ein bis zwei Sekunden nach dem gewünschten Verhalten erfolgen.
- Freiwilligkeit: Training sollte immer ohne Zwang stattfinden. Wenn die Katze keine Lust hat, wird das Training beendet.
Warum sollte man eine Katze dressieren?
Wer seine Katze dressieren möchte, denkt oft zuerst an Zirkustricks wie "Pfötchen geben" oder "Rolle machen". Doch beim Training geht es um viel mehr als nur Unterhaltung. Es dient der geistigen Auslastung, beugt Verhaltensproblemen durch Unterforderung vor und kann sogar im Alltag extrem nützlich sein – zum Beispiel beim Medical Training für den nächsten Tierarztbesuch oder dem angstfreien Gang in die Transportbox.
Was sollte eine Katze lernen?
Bevor Sie damit beginnen, Ihre Katze dressieren zu wollen, sollten Sie Schwerpunkte setzen. Sinnvolle Lernziele für den Alltag sind der sichere Rückruf (auf den Namen hören), das entspannte Verweilen auf einem festen Platz und die Gewöhnung an die Transportbox. Auch das Stillhalten beim Krallenschneiden oder Bürsten – das sogenannte Medical Training – ist eine essenzielle Fähigkeit, die Stress für Tier und Mensch reduziert. Sobald diese Basics sitzen, können Sie das Katzentraining um spaßige Tricks erweitern.
Kitten erziehen: Früh übt sich
Möchten Sie ein Kitten erziehen, profitieren Sie von der natürlichen Neugier der Jungtiere. In den ersten Lebensmonaten sind Katzen besonders lernfähig. Hier liegt der Fokus weniger auf Perfektion, sondern auf der Sozialisierung und dem Setzen von Grenzen. Bringen Sie dem Kitten spielerisch bei, dass Hände und Füße kein Spielzeug sind und der Kratzbaum der richtige Ort für die Krallenpflege ist. Kurze, positive Erlebnisse beim Training legen den Grundstein für eine lebenslange Kooperation.
Die Grundlagen des Katzentrainings
Der Schlüssel zum Erfolg beim Katzentraining ist die Motivation. Finden Sie heraus, was Ihre Katze am meisten liebt: Sind es spezielle Leckerlis, Trockenfutter oder vielleicht eine kurze Spieleinheit mit der Angel?
Der Clicker als Hilfsmittel
Viele Profis nutzen einen Clicker. Das kurze, prägnante Geräusch signalisiert der Katze exakt in dem Moment, in dem sie etwas richtig gemacht hat: "Genau das war gut, jetzt folgt die Belohnung!"

Ziele erreichen mit Target-Übungen
Eine besonders effektive Methode im Katzentraining ist das sogenannte Target-Training. Hierbei lernt die Katze, mit der Nase oder Pfote einen bestimmten Gegenstand – zum Beispiel die Spitze eines Stabes oder Ihren Finger – zu berühren. Diese Übung ist ideal, um die Aufmerksamkeit zu bündeln und die Katze sanft an Orte zu führen, ohne sie hochheben zu müssen. Wenn Sie Ihre Katze dressieren, dient der Target-Stab als "verlängerter Arm": Sie können sie damit auf die Waage leiten, durch einen Slalomparcours führen oder ihr beibringen, auf ein bestimmtes Signal hin einer Richtung zu folgen. Es ist die perfekte Grundlage für fortgeschrittene Tricks und fördert die Konzentration enorm.
Welche Tricks können eigentlich Katzen erlernen?
Die Bandbreite an Möglichkeiten beim Katzentraining ist erstaunlich groß. Wenn Sie Ihre Katze dressieren, können Sie mit einfachen Grundkommandos wie „Sitz“ oder „Hier“ beginnen, die auch im Alltag nützlich sind. Viele Samtpfoten haben zudem großen Spaß an Klassikern wie „Pfötchen geben“, einem „High Five“ oder dem Apportieren von kleinen Bällen. Fortgeschrittene können sich an die „Rolle“, das Slalomlaufen durch die Beine oder das Springen durch einen Reifen wagen. Wichtig ist dabei immer, dass der gewählte Trick zum Charakter Ihrer Katze passt: Eine agile Katze wird Sprungübungen lieben, während eine gemütlichere Samtpfote vielleicht lieber kleine Suchspiele oder Pfoten-Tricks absolviert.
Schritt für Schritt vorgehen
Wenn Sie Ihre Katze dressieren, sollten Sie komplexe Aufgaben in winzige Teilschritte zerlegen. Möchten Sie beispielsweise, dass Ihre Katze auf einen bestimmten Platz springt, belohnen Sie anfangs schon das bloße Anschauen des Ziels, dann das Annähern und schließlich den Sprung.
Häufige Fehler vermeiden
Bestrafung ist beim Training absolut tabu. Ein lautes "Nein" oder gar körperliche Maßregelung führen dazu, dass die Katze das Vertrauen verliert und das Training mit Angst verknüpft. Wenn etwas nicht klappt, gehen Sie einfach einen Schritt im Trainingsplan zurück.
Trainieren Sie Ihre Katze am besten kurz vor der Fütterung. Ein satter Magen ist ein schlechter Motivator. Wenn die Katze leicht hungrig ist, ist die Erwartungshaltung auf das Belohnungs-Leckerli deutlich höher und die Aufmerksamkeit fokussierter. Achten Sie jedoch darauf, dass die Katze nicht frustriert ist – Training soll Spaß machen!
Fazit
Jede Katze ist individuell. Während die eine innerhalb weniger Tage lernt, auf Kommando "Sitz" zu machen, braucht eine andere vielleicht Wochen. Bleiben Sie am Ball, loben Sie viel und genießen Sie die gemeinsame Zeit. Ein erfolgreiches Katzentraining ist die Basis für eine glückliche und ausgeglichene Katze.