Analdrüsenentzündung bei Katzen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Analdrüsenentzündung bei Katzen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Die Analdrüsenentzündung bei Katzen ist ein häufiges, aber oft missverstandenes Problem, das unseren geliebten Samtpfoten erhebliche Schmerzen und Beschwerden bereiten kann. Viele Katzenbesitzer erkennen die Anzeichen der Erkrankung im frühen Stadium nicht, da sie den Analbereich ihrer Katze nur selten inspizieren. Es ist jedoch essenziell, die Ursachen und Symptome dieser schmerzhaften Entzündung zu kennen, um schnell handeln und die richtige Behandlung beim Tierarzt einleiten zu können.


Anatomie und Funktion der Analdrüsen

Die Begriffe Analdrüsen und Analbeutel bezeichnen zwei kleine Drüsensäcke, die anatomisch betrachtet beidseitig des Analausgangs der Katze liegen (ungefähr auf der Vier- und Acht-Uhr-Position). Sie sind tief im Gewebe, unterhalb des Schließmuskels, eingebettet. Die Hauptfunktion der Analdrüse ist die Produktion eines stark riechenden, öligen Sekrets. Dieses Sekret dient der Reviermarkierung und der individuellen Geruchskommunikation zwischen Katzen. Normalerweise wird das Sekret bei jedem Kotabsatz durch den Druck des Kots auf die Analbeutel in den Enddarm ausgestoßen und die Analdrüsen entleert sich somit auf natürliche Weise.


Ursachen für Verstopfung und Entzündung

Warum sind die Analdrüsen bei Katzen öfter entzündet? Eine Entzündung ist fast immer die Folge einer Verstopfung der Ausführungsgänge. Wenn das Sekret nicht abfließen kann, staut es sich an und wird dickflüssig, wodurch sich ein idealer Nährboden für Bakterien bildet.

Die Hauptursachen für überfüllte Analdrüsen sind:

  1. Kotkonsistenz: Ist der Kot zu weich, fehlt der notwendige mechanische Druck auf die Analbeutel beim Kotabsatz, um sie vollständig auszudrücken.
  2. Ernährung: Bestimmte Ernährung kann zu weichem oder zu festem Kot führen, was den natürlichen Entleerungsprozess stört.
  3. Fettleibigkeit: Übergewicht kann den Druck, der auf den Analbereich ausgeübt wird, verändern.
  4. Individuelle Prädisposition: Manche Katzen neigen aufgrund anatomischer oder genetischer Faktoren häufiger zur Verstopfung.


Warnsignale: Symptome der Analdrüsenentzündung

Das frühzeitige Erkennen der Symptome ist entscheidend, um die Katze vor unnötigen Schmerzen zu bewahren. Achten Sie auf folgende Anzeichen und Beschwerden:

  • Schlittenfahren: Die Katze reibt oder rutscht mit dem Analbereich über den Boden.
  • Übermäßiges Lecken: Intensives, übermäßiges Lecken, Beißen oder Knabbern am Anal oder Schwanzansatz.
  • Geruch: Ein auffällig starker, unangenehmer Geruch (besonders wenn Sekret oder Eiter austritt).
  • Schmerzen beim Kotabsatz: Die Katze zeigt Schmerzen, Miauen oder hat Schwierigkeiten, Kot abzusetzen.
  • Sichtbare Schwellung: Rötung, Schwellung oder die Bildung eines harten Knotens im Bereich der Analdrüse.

Bei diesen Anzeichen ist die Konsultation des Tierarztes dringend anzuraten.


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Behandlungsstrategien beim Tierarzt

Die Behandlung der Analdrüsenentzündung muss immer durch einen Tierarzt erfolgen, da nur er die genaue Schwere der Entzündung feststellen kann.


Erstbehandlung: Entleerung und Spülung

Bei überfüllten oder verstopften Analdrüsen ist die erste Maßnahme das professionelle Ausdrücken der Analbeutel. Dies befreit die Drüsen vom gestauten Sekret und sorgt für sofortige Erleichterung. Bei einer beginnenden Bakteriellen Infektion der Analdrüsen kann der Tierarzt die Drüse spülen und eine antibiotische oder entzündungshemmende Salbe direkt in die Analdrüse einbringen.


Behandlung schwerer Komplikationen

Ist die Analdrüse entzündet und es hat sich Eiter angesammelt, liegt ein Analbeutelabszess vor. Dieser ist extrem schmerzhaft und muss oft unter leichter Sedierung eröffnet, vollständig entleert und gründlich gespült werden, um eine Heilung zu ermöglichen. Im Anschluss ist eine medikamentöse Behandlung mit Schmerzmitteln und Antibiotika erforderlich.


Chirurgische Optionen

Die Chirurgische Entfernung von Analdrüsen (Analdrüsen-Exstirpation) ist eine Option, die nur bei Katzen mit chronisch wiederkehrenden, nicht therapierbaren Entzündungen in Betracht gezogen wird. Eine weitere, wenngleich seltene Indikation ist das Analbeutel-Adenokarzinom. Dies ist ein bösartiger Tumor, der die Analdrüse befällt und eine sofortige chirurgische Behandlung sowie weitere onkologische Maßnahmen notwendig macht.


Analdrüsen entleeren: Nur für Profis

Es ist dringend empfohlen, die Analdrüsen Ihrer Katze nicht selbst zu ausdrücken. Die Gefahr einer Verletzung des Gewebes, die das Problem verschlimmern und eine schwerere Entzündung verursachen kann, ist zu groß. Zudem kann nur der Tierarzt feststellen, ob es sich um eine einfache Verstopfung oder bereits um eine entzündete Drüse handelt, die eine medizinische Behandlung erfordert.


Fazit: Ruhe bewahren – Ihr Tierarzt hilft!

Die Analdrüsenentzündung bei Katzen kann für Sie als Besitzer beunruhigend sein und die Symptome wie Schmerzen im Analbereich sind ein deutliches Anzeichen für großes Unbehagen bei Ihrer Katze. Doch Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen! Es handelt sich um eine sehr gut behandelbare Erkrankung. Sobald Sie die Anzeichen bemerken, kontaktieren Sie umgehend Ihren Tierarzt. Mit einer professionellen Untersuchung und der richtigen Behandlung – sei es das einfache Ausdrücken, die Spülung der Analdrüse oder die Gabe von Medikamenten gegen die Entzündung – wird Ihre Katze schnell wieder ihre gewohnte Lebensqualität zurückerhalten. Die Prävention durch eine angepasste Ernährung ist dabei der Schlüssel, um zukünftige Beschwerden zu vermeiden.

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier sind 6 relevante FAQs zum Thema Analdrüsenentzündung bei Katzen:


1. Was passiert, wenn die Analdrüsen einer Katze nicht entleert werden?

Wenn die Analdrüsen nicht entleert werden, staut sich das Sekret an, wird zähflüssig und verstopft den Ausführungsgang. Dies führt zur Analbeutellitis (Entzündung) und kann unbehandelt zu einem schmerzhaften Abszess (Eiter) oder sogar zu einer Ruptur (Platzen) führen.


2. Kann ich die Analdrüsen meiner Katze selbst ausdrücken?

Es wird dringend davon abgeraten, die Analbeutel Ihrer Katze selbst auszudrücken. Unsachgemäßes Ausdrücken kann die empfindlichen Drüsen verletzen und eine schwere Entzündung auslösen. Lassen Sie dies immer von Ihrem Tierarzt durchführen.


3. Welche Symptome zeigen Katzen bei einer Analdrüsenentzündung?

Typische Symptome sind das sogenannte „Schlittenfahren“ (Reiben des Analbereichs auf dem Boden), übermäßiges Lecken am Anal oder Schwanzansatz, Schmerzen beim Sitzen oder Kotabsatz sowie eine sichtbare Rötung oder Schwellung des Analbereichs.


4. Welche Rolle spielt die Ernährung bei Problemen mit den Analdrüsen?

Eine wichtige Rolle. Eine Ernährung, die zu weichen Kot zur Folge hat, ist eine der Hauptursachen für die Verstopfung der Analbeutel. Feste, wohlgeformte Kotkonsistenz ist notwendig, damit die Analdrüsen beim Absatz mechanisch entleert werden. Eine Umstellung der Ernährung kann Teil der Behandlung sein.


5. Wie lange dauert die Behandlung einer Analdrüsenentzündung?

Die Dauer der Behandlung hängt von der Schwere ab. Bei einer einfachen Verstopfung bringt das Ausdrücken sofortige Linderung. Bei einer schweren bakteriellen Entzündung oder einem Abszess kann die Behandlung mit Spülungen und Antibiotika mehrere Tage bis Wochen dauern, bis die Katze schmerzfrei ist.


6. Wann muss die Analdrüse meiner Katze operativ entfernt werden?

Eine chirurgische Entfernung der Analdrüsen (Exstirpation) ist ein letzter Ausweg, der nur bei chronisch wiederkehrenden, schweren Entzündungen oder bei der Diagnose eines Analbeutel-Adenokarzinoms (Tumor) in Betracht gezogen wird, wenn andere Behandlungen keinen Erfolg zeigen.

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